Meine Transformation

Hallo ihr Lieben,

 

heute zeige ich euch tatsächlich das erste Mal meine Transformation!

Gestern habe ich auf einer Festplatte etliche Ordner mit alten Bildern wieder gefunden.
Bilder von Emma als sie noch ganz klein war, schöne Urlaubserinnerungen
und alte Bilder von mir und meiner damaligen Form!
Beim Durchschauen der Bilder habe ich mehr als einmal kräftig lachen müssen,
da es doch immer wieder total amüsant ist, wie man sich im Laufe der Zeit verändert.

 

 

 

Mein Weg zum Krafttraining

Ich war eigentlich immer sehr sportlich.
Eine lange zeit lang habe ich Handball im Verein gespielt,
da das die meisten meiner damaligen Freundinnen machten und es hat mir eigentlich auch lange Spaß gemacht.
Ich bin einmal die Woche zum Klettern gegangen.
Klettern habe ich wirklich geliebt und ich war sogar recht gut darin die Wände hochzuklettern!
Manchmal frage ich mich warum ich damals damit aufgehört habe.
Ich glaube beim Klettern lag es daran,
dass die Gruppe mit der ich damals geklettert bin sich ständig veränderte und es mir wichtig war,
zu demjenigen, der unten steht und mich sichert Vertrauen zu haben.
Tim und ich haben uns schon total oft vorgenommen zusammen klettern zu gehen und vielleicht finden wir ja mal Zeit dazu.
Beim Klettern hat mich immer fasziniert, dass man garnicht so viele Muskeln braucht um die Wand hochzukommen.
Mit Technik und ganz viel Glauben an sich selbst ist man weitaus schneller die Wand hoch als mit einem dicken Bizeps!

Irgendwann stand für mich nicht mehr nur der Spaß am Sport im Vordergrund,
da ich mich unwohl in meinem Körper fühlte.
Ich fand mich zu dick, zu wenig straff und unsportlich.
Ich wollte eine Sportart ausüben,
die mir Spaß macht und gleichzeitig meinen Körper formt und mich zufriedener werden lässt.
Ich bin eine unfassbare Wasserratte!
Ich liebe es zu schwimmen und bin oft mehr unter als über Wasser!
So ging ich mehrmals die Woche morgens zum Schwimmen.
Ich war sehr ehrgeizig und schwomm sogar einmal über 3000m ohne Pause am Stück.
Ich habe diese kleinen Kämpfe mit mir selbst im Wasser geliebt. Noch eine Bahn mehr und noch eine.
Bis ich irgendwann total erschöpft und mit etlichen Krämpfen in den Zehen nachhause gefahren bin.

Neben dem Schwimmen, was mir wirklich sehr gut getan hat,
begann ich vor ziemlich genau vier Jahren mit dem Krafttraining.
Ich bestellte mir zwei verstellbare Kurzhanteln, eine Sportmatte und einen großen Pott Eiweiß!
Ich wohnte damals noch bei meinem Eltern und trainierte 6x die Woche bei meinen Eltern im Keller.
Die Möglichkeiten waren sehr begrenzt.
Ich hatte meine zwei Kurzhanteln, eine Matte, meinen eigenen Körper und einen Stuhl.
Aber dennoch war das Training sehr intensiv,
denn alleine mit zwei Kurzhanteln kann man super viele Übungen ausführen
und man mag kaum glauben wie anstrengend Übungen mit dem eigenen Körpergewicht sein können.
Neben dem Training stellte ich auch meine Ernährung um,
errechnete meinen Eiweißbedarf und wog alles peinlich genau ab.
Ich kann mich sehr gut an eine Situation erinnern,
in der mich mein damaliger Freund fragte, ob ich einen der neuen Tik Tak´s probieren möchte.
Ich lehnte ab, da ich ihn nicht in meine Kalorien mit einberechnet hatte.
Einen verfluchten Tik Tak mit satten 2 Kalorien!
Ich war sehr streng mit mir und schleppte zu Familienfeiern mein eigenes Essen mit.
Diese Strenge zahlte sich auch aus,
ich steigerte mich beim Training und es stellten sich schnell körperliche Erfolge ein.
Neben dem Training zuhause ging ich ab und zu noch schwimmen
aber das Krafttraining wurde immer präsenter und präsenter.

 

Hungrig nach mehr!

Das Training mit meinen Kurzhanteln reichte mir irgendwann nicht mehr.
Ich wollte mehr Variation im Training, schwerere Gewichte, Langhanteln, SZ-Stangen, Geräte…!
Ich spielte Ewigkeiten mit dem Gedanken mich in einem Fitnessstudio anzumelden,
wollte unbedingt, traute mich aber eine lange Zeit lang nicht.

In einem Fitnessstudio mit muskelbepackten Männern zu trainieren, die einen anschauen,
womöglich bekomme ich einen roten Kopf,
mache Übungen nicht richtig und Himmel Hergott wie soll ich mich denn in einem großen Fitnessstudio
zurecht finden und wissen wie alles funktioniert!

Ich stellte mir vor, dass man eigentlich schon perfekt aussehen muss,
um dort trainieren zu können.
Ich vergaß vollkommen, dass man in ein Fitnessstudio geht,
um an sich und seinem Körper zu arbeiten,
um mit dem Training irgendwann die gewünschten Erfolge zu erreichen und nicht um seinen
bereits perfekten Körper zu erhalten.
Dass ich damals diese Gedanken hatte, macht mich heute total wütend,
denn ich weiß, dass diesen Gedanken viele haben und ganz besonders Frauen.
Viele trauen sich nicht z.B. Kniebeugen im Studio auszuführen,
da sie vielleicht noch wackelig sind, noch nicht den perfekt dazu passenden Squatbooty haben,
man vielleicht irgendwelche Dellen sehen könnte oder sonst in irgendeiner Weise
von dem perfekten Fitnessgirl abweicht.

VÖLLIG EGAL! Es ist wirklich völlig egal wie man beim Training aussieht!!

Ihr seid dort, um etwas zu verändern,
damit euch das Training gut tut und nicht um euch dort zu präsentieren!
Traut euch und führt mal eine kleine “Realitätskontrolle” durch!
Sehen um euch herum in Studio wirklich alle so perfekt aus?
Machen andere nicht auch mal komische Bewegungen und nicht sofort alles richtig?

 

Die Höhle der unbegrenzten Möglichkeiten

Genau diese Gedanken hielten mich lange davon ab mich in einem Fitnessstudio anzumelden
aber letztlich war mein Wunsch nach einem härteren Training mit schweren Gewichten einfach größer!
Ich schaffte es aus der Leidenschaft zum Training heraus mich im Fitnessstudio anzumelden.
Anfangs ging ich ausschließlich morgens ins Studio, da es dort am leersten war.
Eine Trainerin gab mir damals eine kleine Einführung,
die aber längst nicht alle Geräte und Bereiche abdeckte.
Ich war total aufgeregt.
Nach all den Gedanken, die ich mir vorab gemacht hatte, stand ich nun endlich da – im Fitnessstudio.
Es fühlte sich so an als stünde ich in der Höhle der unbegrenzten Möglichkeiten.
Ich wollte alles ausprobieren. Alleine von den Kurzhanteln war ich fasziniert.
Alle Gewichte waren vorhanden – endlich kein umstecken meiner Kurzhanteln mehr in den Satzpausen.

Ich war noch sehr unsicher und konnte mich lange Zeit nicht voll aufs Training konzentrieren,
da ich damit beschäftigt war mir darüber Gedanken zu machen wie ich gerade aussehe
und ob der komische Typ da drüben gerade zuschaut.
Ich ging sogar oft nachhause bevor mein Training eigentlich zu Ende gewesen wäre,
da mir mein Kopf einfach zu rot war und ich mich dafür geschämt habe.
Aber ich ging hin – sechs mal die Woche ging ich ins Studio und kämpfte mit den Gewichten
und meinen Gedanken.
Ich bin sogar einmal ganz spät abends einfach nur ins Studio gefahren,
um mir alle Geräte anzuschauen und einmal auszuprobieren, da mir dann niemand zuschaute.

Von Mal zu Mal wurde ich sicherer.
Sicherer in den Übungsausführunge, ich fand mich im Studio zurecht,
wusste wo alles steht und wie die Geräte funktionieren.
Ich konnte mich immer mehr aufs Training konzentrieren,
lernte alles andere um ich herum auszublenden.
Das brauchte wirklich vieeeeel Zeit!
Sehr viel Zeit und etliche Besuche des Studios mit etlichen kleinen Kämpfen in meinem Kopf.
Zu dieser Zeit meldete ich mich auch bei Instagram an,
postet Bilder von meinem Essen, meinem Training und lies mich von anderen Fitnessaccounts
motivieren und in meinen positiven Erfahrungen bestärken.

Hier seht ihr zwei Bilder, die ungefähr Mitte 2015 beim Training entstanden sind.
Alleine die Tatsache, dass ich mich beim Training fotografieren ließ, zeigt,
dass es mit meinem Selbstbewusstsein bergauf ging!

 

 

Heute wird mir oft gesagt wie beeindruckend meine Form doch sei und vor allem wie selbstbewusst ich bin.
Wie selbstbewusst ich als Frau, zwischen den vor Testosteron strotzenden und stöhnenden Männern,
einfach mein Training durchziehe und härter trainere als so mancher Mann.

 

 

An dieser Stelle kann ich euch wirklich versichern – das war für mich ein harter Weg und bei Weitem nicht immer so!
Ich kann mit voller Sicherheit sagen,
dass meine innere Veränderung weitaus einer größeren Transformation unterzogen
wurde als meine rein äußerliche.
Es mag total theatralisch klingen aber das Krafttraining hat mich zu einem anderen Menschen gemacht.
Wenn man sich nahezu täglich pusht, sich seinen Ängsten stellt, körperlich über sich hinauswächst,
Erfolge erzielt, sich anfängt wohler zu fühlen, Freude an der Veränderung und Entwicklung findet,
dann verändert das!
Es verändert und vor allem STÄRKT! Körperlich und noch viel wichtiger – MENTAL!

 

 

Von “Ich weiß nicht” zu “Nö, das sehe ich nicht so!”

Meine Lieblingsantwort war früher “Ich weiß nicht..!”.
So oft haben meine Eltern zu mir gesagt “Sina sag doch was du denkst!”.
Ich war total klein, unsicher, überfordert von der Welt, sodass ich mich oft in mein Schneckenhaus zurückgezogen habe.

 

 

Wenn ich dieses Bild sehe, könnte ich in dem einen Moment weinen und im nächsten laut loslachen.
Seht ihr die Haltung, das bleiche Gesicht und den traurigen Gesichtsausdruck?
Und wo zur Hölle ist mein Po?!:D

 

 

Heute stehe ich mit einer positiven Einstellung zum Leben auf und bin mir bewusst, dass ich jemand bin.
Ich bin Sina und ich habe eine Meinung, die zählt und wichtig ist.
Ich hinterfrage und antworte auch mal “Nö, das sehe ich nicht so!.
Es ist okay auch mal Gegen den Strom zu schwimmen, als Frau viele Muskeln zu haben und auch mal auf Konfrontation zu gehen, da man mit gewissen Dingen nicht konform geht.
Auf meinem Weg gab es nicht immer nur Menschen, die gesagt haben “Wow beeindruckend was du machst, weiter so!”. Es gab auch fiese Menschen, die mich hinter meinem Rücken als “Kerl” bezeichnet haben, mir mit erhobenem Zeigefinger zu bedenken gegeben haben bloß nicht noch breiter zu werden.
Aber wenn man sich im Reinen ist, prallt das einfach ab.
Ich habe gelernt meinen kritischen Blick nicht immer nur nach innen zu richten und die Fehler bei mir zu suchen, sondern vielleicht auch mal zu schauen, ob der Fehler nicht vielleicht doch eher bei solch fiesen Stimmen liegt, die einen als Kerl bezeichnen.
Und ob hinter solchen Aussagen nicht vielleicht sogar Neid und eigene Unzufriedenheit steckt.
Führt euch immer wieder vor Augen was ihr bereits erreicht habt und hadert nicht nur mit dem,
was noch nicht erreicht wurde und eventuell noch vor euch steht.

Vor allem lasst euch von eurem Weg nicht abringen, wenn nicht alles direkt perfekt läuft.
Es gibt immer mal Gegenwind oder einfach Zeiten während denen man nicht nur Erfolge verbucht.

Bleibt dran!! Es lohnt sich!

 

Balance is the key

Meine damalige Strenge in Bezug auf die Ernährung hat mir zu der Zeit sehr gut getan aber ich bin der Meinung,
dass solch eine extreme Form des Verzichts bei der man sich noch nicht einmal einen Tick Tack erlaubt,
auf Dauer nicht gut tun kann.
Ich liebe Essen und definitiv nicht nur gesundes Essen!
Ich liebe Ben&Jerry´s, Pizza, Schokolade und Kuchen!
Ich weiß aber genau, dass mir diese ungesunden Lebensmittel nicht wirklich viel bringen außer kurzzeitigen Genuss.
Dieser Genuss ist total wichtig, denn manchmal muss es einfach ein Eis, eine Pizza oder eben beides sein.
Aber eben nur manchmal, denn grundlegend tracke ich meine Kalorien und ernähre mich von gesunden
und unverarbeiteten Lebensmitteln, die meinem Körper gut tun und die mich meinen Zielen ein Stückchen näher bringen.
Ich habe jedoch gelernt, dass es nichts bringt sich Dinge strikt zu verbieten,
denn bei mir persönlich ist es so, dass sie dann nur noch interessanter werden.
Das hatte eine lange Zeit plötzliche Heißhungerattacken zur Folge,
während denen ich mir einfach irgendwas Süßes reingestopft habe und es garnicht richtig genießen konnte.
Danach setzte dann sofort das schlechte Gewissen ein und der “Cheat”
hat noch nicht einmal für den Kopf gut getan.
Wenn ich mir heute mal ein Eis genehmige oder Tim und ich uns dazu entscheiden
mal richtig schön Burger essen zu gehen, dann genieße ich den Cheat!
Ich genieße ihn und vor allem fühle mich nicht schlecht hinterher oder zwinge mich dazu ihn
am nächsten Tag durch eine Extrarunde Cardio ausgleichen zu müssen.
Absolut nicht, denn Bodybuilding ist hart.
Bodybuilding betreibt man 24 Stunden lang in seinem Kopf und sich davon mal eine kurze Auszeit zu nehmen,
auf keine Kalorien oder Makronährstoffe zu achten und einfach mal den Genuss
in den Vordergrund zu stellen ist absolut okay!
Das heißt nicht, dass ich das gesunde Essen nicht liebe.
Im Gegenteil – am nächsten Tag freue ich mich wieder total auf mein Porridge oder Hähnchen,
denn ich liebe diesen Lebensstil!
Aber ist das Leben nicht einfach zu kurz um nicht irgendwann einmal alle Ben&Jerry´s Sorten
probiert zu haben?

 

Eure Sina 

 

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